Mit dem Zarengold zum Baikalsee

Der lang gehegte Wunsch, meiner Frau, in ein die Tiefen der Ruslands einzudringen wurde nun erfüllt. Hier ein paar Eindrücke von der Eisen mit der transsibirischen Eisenbahn.
Der Flug von Düsseldorf nach Moskau mit Aeroflot verlief unproblematisch und im Airbus A 320 recht angenehm. Moskau ist schon eine atemberaubende Stadt mit 12 bis 21 Millionen Einwohnern (so waren die unterschiedlichen Angaben) eine Stadt mit Geschichte Moderne und historisch beeindruckend.

Für mich war der Platz an dem Michael Rust vor nun mehr über 30 Jahren gelandet ist besonders interessant. Im letzten Jahr waren wir mit unserem Club „Flyout“ auch in Helsinki, von wo aus Rust mit einer Cessna 172 zum Roten Platz flog. Nur mit einem Stadtplan – von uns hätte sich das keiner getraut. Interessanter Weise bekam ich Kontakt zu Herrn Rust, der seine Tat als Leichtsinn für den Frieden beschrieb. Wir wohnen im Intercontinental Hotel, was sehr empfehlenswert ist, auf der Tverskaya Straße und können von dort aus gut die Stadtmitte mit vielen historischen Plätzen zu fuß erreichen.

Der „Zarengold“ rollt ein, mit Kapelle und großem Hallo, gehts ins Abteil das wir für uns haben, zwei Betten nebeneinander, die Speisewagen etwas extra, WC und Dusche auf dem Gang. Gleich knüpfen wir auch Kontakt zu netten Mitreisenden, das Abendteuer kann beginnen.

Kasan eine interessante Russische Metropole, die natürlich mit vielem noch an die alte Sowjet – Zeit erinnert. Wir lernen die ersten interessanten Mitreisenden kennen.
Alfred wurde 1932 in der heutigen Ukraine geboren und noch 1944 also mit 12 Jahren in den Warthegau ( im heutigen Polen umgesiedelt ). Unglaublich was das damals mit Hab und Gut auf einem Wagen mit zwei Pferden bedeutete die Heimat zu verlieren. Er kam nach dem Krieg ( von der Polen vertrieb ) in die ex DDR und mit 20 Jahren nach Wolfsburg zu VW wo er 38 Jahre als Schlosser jeden Modelwechsel vom Käfer bis zum Golf erlebte. Dadurch das er russisch und polnisch sprach war es ein Vergnügen seinen Gesprächen und Ausführungen zu lauschen.
In Jekaterinburg stoßen wir in der Blutkirche auf die russische Geschichte, die Ermordung der Zarenfamilie. Es kommen 11 Rotgardisten, die lesen ein absurdes Urteil vor, ziehen die Pistolen und erschießen ein Ehepaar mit Ihren fünf Kindern. Welch ein Regime? Leider sind die Sehenswürdigkeiten gepflastert von Erschießungen irgendwelcher Menschen die angeblich regimefeindlich waren. Da sind die letzten 19 Jahre unter Putin wirklich eine wesentliche Verbesserung und man kann an vielen stellen sehen wir sich das Land westlichen Ansprüchen und Lebensgewohnheiten angleicht.
Nach Nowosibirsk kommt Irkutsk, beides postkommunistische Großstädte, die den Wandel der sich in Ostdeutschland vollzog zum großen Teil erst noch erfahren müssen. Noch ein Wort zu Putin: Die Deutsche Moskauer Zeitung berichtet gerade über seine Fernsehauftritte die er jährlich, vier Stunden lang mit der Beantwortung von Zuschauerfragen verbringt. Ich schätze zu mindestens den Versuch sich um das Wohl seiner Bevölkerung zu kümmern.

Dann erreichen wir den sagen umwobenen Baikalsee, mit 635 km Länge und 1642 Meter tiefe der größte und tiefste See, der allein 20 % des gesamten Süßwassers unserer Erde hat. Die „Sagen“ reichen von See- Monstern und verwundenem Gold bis zur Versklavung durch Außerirdische bis zur Mysteriösen Gaseruption. Die schönste erzählen die einheimischen: „Vater Baikal“ hat 350 Zuflüsse ( das sind die Söhne ) und nur einen Abfluss das ist die „schöne Angara“, diese verliebt sich in den Jenissei, übrigens am südlichen Ende des Sees um nach nach Westen zu fließen. Der Vater war darüber so erbost, das er Ihr einen Felsen entgegen schleuderte, der noch heute als „heiliger Felsen“ aus dem See ragt. Jedenfalls ließ sich die schöner Angara nicht beeindrucken und floss in den Jenissei mit dem Sie noch heute nordwärts in das nördliche Polarmeer fließt.

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Klaus Kempe
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