Die Kempes – Zerwürfnis und Neubeginn

Ernst Kempe mit Eltern
Ernst Kempe mit Eltern

Mein Bruder Ernst, mit dem ich die Kempe Immobilien 1968 gegründet habe, ist 1976 im Alter von 29 Jahren verstorben. Mein Vater, den dieser Verlust sehr schwer getroffen hat, verstarb nach schwerer Krankheit ein Jahr darauf.

Sicherlich kein guter Anfang, aber eine nicht zu verleugnende Tatsache, die mein Leben geprägt hat.

Es heißt, man soll die Toten ruhen lassen – deshalb möchte ich nur einen kleinen Einblick in die Gründe geben, warum es zur Trennung zwischen mir und meinem Bruder kam.

Als wir 1968 mit dem Immobiliengeschäft loslegten, war ich noch nicht volljährig (damals musste man noch 21 Jahre alt sein), weshalb wir mit einer Einzelfirma auf den Namen meines Bruders starteten. Unser erstes Büro war “Am Wehrhahn 26” in Düsseldorf.

1968: Unser erstes Immobilienmakler-Büro in Düsseldorf: Am Wehrhahn 23
1968: Unser erstes Immobilienmakler-Büro in Düsseldorf: Am Wehrhahn 23

 

Wir waren recht schnell erfolgreich und bald wurde auch Geld verdient. Deshalb dauerte es auch nicht lange, bis wir am 1.5.1970, die Firma Kempe Immobilien GmbH & Co. KG gründeten – mit beiden Brüdern als Gesellschafter. Das Büro zog in größere Räumlichkeiten um, diesmal an der Immermannstraße in Düsseldorf.

 

1970: Kempe Immobilien GmbH & Co KG - Immermannstraße 53, Düsseldorf
1970: Kempe Immobilien GmbH & Co KG – Immermannstraße 53, Düsseldorf

 

Unterschiede ziehen sich leider nicht immer an
Mit zunehmendem Erfolg wurde bald deutlich, dass wir Brüder zu unterschiedlich waren, als dass eine langfristige Zusammenarbeit gutgehen konnte. Unsere grundlegend verschiedenen Vorgehensweisen führten schon bald zu großen Spannungen.

Wenn das mal nicht ins Auge geht!
Vielleicht war es der schnelle Erfolg oder das für uns einfache Jungs viele Geld, dass meinem Bruder zu Kopf stieg, jedenfalls begann er, die Arbeit zu vernachlässigen. Hat viel Zeit in einschlägigen Discos verbracht, zu spendabel mit unserem gemeinsamen Geld gefeiert und stand am nächsten Morgen erst um 11 Uhr zur Verfügung. Während ich an sechs Tagen der Woche mindestens 10 Stunden in der Firma stand, begann mein Bruder ein “zweites Leben” zu führen. Dies und seine zweifelhaften neuen Geschäftspartner führten schließlich dazu, dass ich mich von ihm trennen musste. Ich habe ihm im Herbst 1971 seine Geschäftsanteile ausgezahlt und er hat mit seinen neuen Partnern eine Firma für Finanzierungen gegründet.

Trotz dieser unerfreulichen Umstände lief die Firma weiterhin gut:
1970 und ‘71 wuchsen wir mit 5 Zweigstellen (in Essen, Köln, Dortmund, Bochum und Oberhausen) auf 20 Mitarbeiter und 3 Sekretärinnen allein im Düsseldorfer Büro. Ich war viel unterwegs und pendelte zwischen allen Büros hin und her, was mir viel Spaß gemacht hat. Dies bringt mich auch gleich zum nächsten Wendepunkt meines Lebens …

Wer sich ewig bindet …
Wie es damals so üblich war, vertrat ich die Einstellung, dass man zuerst einen anständigen Beruf mit Aussicht auf Erfolg haben sollte, bevor man ans Heiraten denken durfte. Nachdem ich also mit dem Immobilienmakeln meine neue Leidenschaft gefunden und damit auch Erfolg hatte, entschied ich nach der Gründung der GmbH am 1.5.1970, daß es jetzt an der Zeit sei, eine ernsthafte Beziehung einzugehen. Gesagt, getan …

Kaum 3 Wochen später, am 20.5.1970, lernte ich meine jetzige Frau, Marieta, kennen. Ich muss uns loben 🙂 Wir sind heute über 47 Jahre zusammen, was mittlerweile leider nicht mehr die Norm ist.

Marieta und Klaus Kempe
Marieta und Klaus Kempe

 

​Marieta hatte bei der Fa. Fein Maschinenbau eine Ausbildung zur Bürokauffrau und außerdem, genau wie ich, einen Abschluss an der Höheren Handelsschule gemacht. Als wir uns kennenlernten, arbeitete sie Sekretärin beim Unilever Konzern in Düsseldorf. Allerdings nicht mehr lange:

Mit dem Ausstieg meines Bruders aus der Firma im Herbst 1971 fand mein Vater, ich solle doch Marieta in meiner Firma einstellen. Zuerst für beide Seiten nicht vorstellbar, aber kurz darauf, im November, fing sie tatsächlich als meine Sekretärin an.

Mobbing – der moderne Spießrutenlauf* im Büro
Für Marieta begann eine schwierige Zeit: Ihr Zuständigkeiten waren breit gefächert d.h. sie war für das gesamte Backoffice zuständig einschließlich Büroorganisation, Marketing, Schreiben und die Buchhaltung. Die anderen drei Sekretärinnen betrachteten sie mit Argwohn und Skepsis und ließen sie dies auch spüren: Die Freundin des Chefs, mit mehr Kompetenzen, in “ihrem Revier”! Das war hart, aber Marieta hat sich durchgesetzt und ihre Position wirklich verdient.

*Spießrutenlauf, Spießruten laufen – bei einem unangenehmen Gang neugierigen Blicken, erniedrigender Behandlung, Schikanen ausgesetzt sein; Kritik, verletzende Worte, Spott und Verachtung erfahren (Quelle: Wkipedia)

Ehe und Arbeit – ein nicht immer harmonisches Gespann
Natürlich ist es nicht immer leicht, als Ehepaar zusammen zu arbeiten. Das haben wir auch zu spüren bekommen. Was sich als unser Erfolgsrezept herausgestellt hat ist: Gegenseitige Loyalität und Respekt sowie eigene, klar umrissene Kompetenzbereiche, in denen jeder für sich zuständig ist.

Abgesehen davon ist es natürlich generell so, dass man von seinem Partner nicht erwarten kann, dass er einem das Seelenheil bringt, wenn man nicht selber genauso bereit ist, dies zu geben.

So, das war das Wort zum Mittwoch 😉 Ich wünsche Dir eine gute Woche!

​Bis zum nächsten Mal.

Herzliche Grüße,

Dein Klaus
Immobilienkaufmann aus Leidenschaft

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Klaus Kempe
Achenbachstraße 23 | 40237 Düsseldorf
k.kempe@immobilienboerse.com | Tel. 0211 914666-0