Mit dem Motorrad zum Nordkap?

Als ich von der Idee, die mir ein guter Freund erzählte, zum ersten mal hörte, dachte ich nur „ oh Graus“ das muss ja kalt sein, den ich habe meine Maschine bewusst nicht im Winter zugelassen. Dabei kam mir sofort ein Ereignis in den Sinn, bei dem ich im Juni in den Pyrenäen, oben auf dem Berg plötzlich von Schnee umgeben war und die Temperatur auf 0 Grad sank.

Route Norwegen

Mit dem Motorrad, das auf einer Stelle mit Eis auf der Fahrbahn ist, ist man machtlos. Wir hatten damals Glück und ich hoffte das auch für einen möglichen Trip zum Nordkap. Auf jeden Fall war klar, es kann nur in der Zeit Juli bis August geplant werden. Das schöne an der Sache war, dass mein Freund eine ganz fantastische Idee damit verband: Wir sollten es mit einem Autoreisezug und Kreuzfahrtschiffen so gestalten, dass täglich nur ca. 350 km mit dem Motorrad zu fahren waren.

Dann ging es Ende Juli los, morgens von Düsseldorf nach Travemünde dort auf die Finnstar eine moderne Autofähre die von Nachmittags um 3 Uhr bis zum nächsten Morgen um kurz nach 8 Uhr die 1.132 km auf der Ostsee übersetzt und man am nächsten Morgen gut ausgeschlafen bei schönem Wetter in Helsinki zwischen den Schären in den Hafen einfährt.

Der Tag war für die Besichtigung der Stadt reserviert und anstelle ins Hotel fuhren wir abends auf den Autoreisezug nach Rovaniemi. Knapp 13 Stunden später kamen wir wieder morgens früh an und hatte weitere 912 km in Richtung Norden hinter uns gebracht. Den Tag verbrachten wir dann in einsamer aber schöner Landschaft von Finnland vorbei an großen Seen und durch viel Wald zu unserem ersten Hotel und nichts wie ab in die finnische Sauna.

Am nächsten Tag ging es dann auf dem Motorrad an der russischen Grenze entlang nach Kirkenes. Hier fuhren wir wieder abends auf ein schönes Kreuzfahrtschiff der Hurtigruten, welches uns direkt am nächsten Morgen zum Nordkap brachte. Dieser Punkt ist mit 71 Grad Nord wirklich bemerkenswert und wir sahen „Lappen“ mit Ihren Rentieren, was uns wirklich eine vollkommen andere Welt eröffnete. Zurück auf dem Kreuzfahrtschiff – wir wohnten ja hier und die 34 Stopps der Hurtigruten machen es einem wirklich sehr leicht und wunderbar angenehm – ging es nach einem Tag auf See zu den Lofoten. Morgens um 4:30 h verließen wir mit unseren Maschinen das Schiff um quer über die Inseln zu fahren und am Abend wieder, am südlichsten Hafen der Inseln zurück auf das gleiche Schiff wieder einzuchecken.

Am nächsten morgen hatte wir in Bodö das norwegische Festland erreicht, hier ging es dann auf der Küstenstraße weiter und an manchen Tagen mit bis zu 3 kleineren Fährverbindungen entlang der fantastischen Küste Richtung Süden. Mit den Motorrad – ich fahre eine BMW R 1200 R und mein Freund eine BMW 1200 GS – beide haben sich für lange Reisen sehr bewährt – hat man den Vorteil das man immer noch mitkommt, den auf den Fährverbindungen werden die Wartenden Autos nur soweit mitgenommen wie Platz ist und dadurch das auch der Güterverkehr also LKW´s die Fähren nutzen ist es in der Hauptreisezeit manchmal eng die Autos müssen auf die nächste Fähre warten, Motorräder finden immer noch einen Platz, am Rand.

Dann ging es über Trondheim nach Oslo, entlang der Nordseeküste, in einer atemberaubenden Landschaft. Ja mit dem Motorrad ist das schon eine besondere „ Liebe „ die mit 16 mit meiner „ Kreidler Florett“ anfing, die mit 4,2 PS und 4 Gangfußschaltung damals das Maß der Dinge war, mit dem ersten Auto war Motorradfahren erst mal abgemeldet. Aber die Liebe kam wieder durch und so kaufte ich die BMW R 1200 R – es ist „ein Ritt auf der Kanonenkugel“ mit 109 PS bei 230 KG beschleunigt die Maschine schneller als jeder Porsche und das direkte Erleben der Geschwindigkeit auf einem Motorrad ist mit keinem anderen Fahrzeug vergleichbar. Gerade an so einer sich an der Küstenlinie entlang schlängelnden Straße, erlebt man die Natur und das Wetter – mit dem wir Glück hatten – viel intensiver. Von Oslo aus ging es dann mit der Color – Line einem sehr schönen Kreuzfahrt-Fährschiff nach Kiel und von da nach Hause. Alles in allem eine gelungene Reise die ich nur zur Nachahmung empfehlen kann.

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Klaus Kempe
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